100 Jahre EMUGE - Lauf

Geschrieben von: Franz Rigert, 28. Jul. 2020
100 Jahre EMUGE - Lauf

„Ein Kunde ist jemand, der uns seine Wünsche bringt. Unsere Aufgabe ist es, diese Wünsche gewinnbringend für ihn und uns zu erfüllen“

Im mittelfränkischen Lauf an der Pegnitz legte Richard Glimpel vor 100 Jahren den Grundstein für das Familienunternehmen EMUGE-FRANKEN. Stets innovative Lösungen zur Verbesserung der Produktivität in der Zerspanungsindustrie als Ziel, entwickelte sich in einem Jahrhundert eine Unternehmensgruppe mit 1900 Mitarbeitern an 52 weltweiten Standorten. Das innovative Produktprogramm an Gewindewerkzeugen, Bohrern, Lehren, Fräsern und Spannzeugen umfasst 40.000 lagerhaltige Artikel und ein Vielfaches an kundenspezifischen Produkten. Es fokussiert sich auf Anwendungen in der Automobil-, Kraftwerks-, Luftfahrtindustrie sowie Medizintechnik, Maschinen- und Anlagenbau.

Am 20.5.1920 gründete Richard Glimpel mit drei Mitarbeitern die „Präzisions-Werkzeugfabrik Richard Glimpel Lauf a.d. Pegnitz (Bayern)“, die kurz darauf in die „Präzisionswerkzeugfabrik Nürnberg-Lauf Moschkau&Glimpel“ umgewandelt wurde. Im selben Jahr entwickelte Glimpel den Einschnitt-Gewindebohrer mit Schälanschnitt. Dieser revolutionierte die maschinelle Fertigung von Innengewinden, da diese nicht mehr mit einem dreiteiligen Gewindebohrersatz, sondern wesentlich schneller mit nur einem Werkzeug gefertigt werden konnten.

Ein Großauftrag einer Eisenbahngesellschaft sicherte bereits kurz nach der Gründung das Unternehmenswachstum ab, erforderte jedoch durch neue Werkzeuganforderungen eine neue Unternehmensausrichtung, eine Aufnahme von Teilhabern und einen geänderten Firmennamen. Daraus entstand der Markenname Emuge, zusammengesetzt aus der Lautschrift der Anfangsbuchstaben von Moschkau und Glimpel.

Der Weg zum Systemanbieter

Richard Glimpel war bewusst, dass die Abstimmung des Werkzeugsystems entscheidenden Einfluss auf die Produktivität ausübt und ergänzte deshalb das Produktprogramm 1928 um Werkzeughaltern und 1950 mit dem Spieth-System zur Werkstückspannung. 1953 folgte das Patent für den steilspiralgenuteten Gewindebohrer, bis heute die maßgebende Geometrie für die Innengewindefertigung in Grundlöchern.

Helmut Glimpel, Sohn des Firmengründers und – gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Gerhard Knienieder – heutiger Geschäftsführer, begann 1956 seine Laufbahn im Unternehmen. Durch den Erwerb der Firma Franken 1958 wurde das Produktprogramm um Fräswerkzeugen ergänzt und der Grundstein für eine Unternehmensgruppe gelegt. Mit der Erweiterung um neue Geschäftsfelder entwickelte sich Emuge-Franken zum Systemanbieter von Präzisionswerkzeugen in der Gewindeschneid-, Bohr-, Prüf-, Spann- und Frästechnik.

Innovationskraft und Erfindergeist

Innovationen prägen das ganze Jahrhundert der Firmengeschichte. Das spiegelt sich insbesondere in den zahlreichen Patenten wider, die seit Firmengründung regelmäßig erteilt wurden und zu denen auch die neuesten Entwicklungen wie Franken Cut&Form, Emuge Punch Tap oder Emuge Taptor zählen. Sogar bei technisch eher ausgereiften Gewindeformern konnten Verbesserungen verwirklicht werden, wie die Patentanmeldung des Emuge InnoForm Steel-M zeigt.

Kundennähe stets vor Augen

„Ein Kunde ist jemand, der uns seine Wünsche bringt. Unsere Aufgabe ist es, diese Wünsche gewinnbringend für ihn und uns zu erfüllen“, so das Credo der Inhaber. Folgerichtig arbeitete man nicht nur an der Ausweitung des Produktprogramms, sondern auch an neuen Vertriebs- und Produktionsstandorten. Der ersten Auslandniederlassung 1983 in den USA folgten weitere Vertriebsniederlassungen in allen weltweit bedeutenden Industrienationen, von denen einige auch über Produktionsstätten für den lokalen Markt verfügen.

Blick in die Zukunft

Der Anspruch von Emuge-Franken, zusammen mit den Kunden sinnvolle Lösungen zu entwickeln, spiegelt sich in praktizierter Kundennähe und Offenheit für Neues wider. Dafür werden auch produktionsseitig entsprechende Voraussetzungen geschaffen. Ein deutliches Signal ist der gerade beginnende 20.000 qm Neubau gegenüber der heutigen Firmenzentrale in Lauf, der ab 2023 neue, großzügige Produktionskapazitäten bieten wird. Auch personell sind Kontinuität und langfristige Ausrichtung des Familienunternehmens gewährleistet - die nächste Generation der Unternehmerfamilie steht bereits in den Startlöchern